Schulscharfe Lehrereinstellung und Vertretungsstellen

Liebe künftige Kolleginnen und Kollegen,

ich möchte Ihnen an dieser Stelle ein paar Hinweise geben, die Ihnen ebenso wie der Schule die Möglichkeit geben die richtige Wahl zu treffen, denn es geht um eine wichtige und langfristige Entscheidung für beide Seiten. Weiter unten finden Sie auch Hinweise für Vertretungslehrkräfte.

Tipp 1: Informieren Sie sich und besuchen Sie Schulen, die für Sie interessant sind. Sprechen Sie mit der Schulleitung, stellen Sie sich vor und verschaffen Sie sich einen Eindruck. Vielleicht können Sie auch hospitieren oder kollegiale Gespräche führen (an unserer Schule ist das möglich). Könnten Sie sich vorstellen an dieser Schule über Jahre zu arbeiten? Wie fühlt sich es sich an in der Schule zu sein? Was können Sie in die Schule einbringen? Warum diese Schule?

Tipp 2: Treffen Sie eine Entscheidung! Wenn der Tag der Auswahlgespräche ist und die Schule bietet ihnen eine Stelle an, haben Sie drei (3) Tage Bedenkzeit. Für die Schulen ist es aber sehr schwierig, wenn Sie als Bewerber/in nicht sofort eine Entscheidung für oder auch gegen das Einstellungsangebot treffen. Diese Entscheidung wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie Tipp 1 beachtet haben.

Tipp 3: Auswahlgespräch. Die Kommission möchte einen Eindruck bekommen, ob Sie an der Schule gut aufgehoben sind und für beide Seiten (Schule und Lehrkraft) ein ertragreiches und zufriedenstellendes Miteinander wahrscheinlich ist. Auch hier: Siehe Tipp 1

Tipp 4: Ordnungsgruppenliste. Das Beamtengesetz schreibt eine Bestenauslese vor und zwingt die Schule die Bewerber von „gut nach weniger gut“ einzuladen. Hier können Sie ggf. durch eine Tätigkeit als Vertretungslehrkraft und/oder besondere nachweisbare Kenntnisse/Erfahrungen punkten. Schauen Sie, ob in der Ausschreibung solche Hinweise stehen.

Tipp 5: Keine Stelle bekommen! Panik? Nein! Arbeiten Sie als Vertretungslehrkraft! Das wirkt sich positiv auf Ihren Listenplatz aus und Sie haben die Chance Erfahrungen zu sammeln und sich zu präsentieren und Ihre Qualitäten als Lehrkraft jenseits der Prüfungen zu zeigen.

Tipp 6: Schulen im Aufbau. Schulen im Aufbau wachsen und haben bis zum Schluss Personalbedarf. Vieles ist noch nicht tradiert und zementiert. Sie können mitgestalten und Spuren hinterlassen. Allerdings erfordert die Situation auch ein besonderes Engagement und eine gewisse Freude am Gestalten.

Tipp 7: Vertretungslehrkräfte. Hier einige häufige Fragen und Antworten.
A. Warum werden z.T. Verträge mit Beendigung mitten im Schuljahr gemacht? Die Vertretungsstellen werden durch einen terminierten Anlass generiert. Das ist z.B. ein Geburtstermin, der dann den Ausschlag für Beginn und Ende der Befristung gibt.
B. Gibt es eine Rangfolge bei den Qualifikationen? Ja, zuerst zwei (2) Staatsexamina für ein Lehramt, dann fachlicher Hochschulabschluss, dann andere Qualifikationen.
C. Gibt es wichtige persönliche Erfahrungen/Qualifikationen, die die Chancen steigern? Ja, die Schule ist natürlich daran interessiert, dass eine Person problemlos einsteigen kann. Insbesondere der Umgang mit Kindern/Klassen kann manchmal zur großen persönlichen Herausforderung werden, wenn man den Job nicht kennt. Haben Sie Vorerfahrungen? Mögen Sie Kinder? Kommen Sie mit Menschengruppen gut klar? Können Sie sich persönlich durchsetzen? Begeistern Sie andere für Ihr Fach?
D. Werden Verträge verlängert oder entfristet? Ja, beides gibt es. Grundsätzlich ist jede Schule an einer stabilen Personalsituation interessiert. Wenn sich also eine Lehrkraft (s. Frage C) bewährt, wird die Schule versuchen, diese zu halten. (Wenn Sie beide Staatsexamina haben, steigen in einem solchen Fall die Chancen, dass Sie eine unbefristete Stelle in einem nächsten Ausschreibungsverfahren erhalten können.) Da sehr viele Frauen im Schuldienst sind, gibt es praktisch immer auch Vertretungsstellen zu besetzen, und unter der Prämisse personeller Stabilität werden Verträge dann ggf. verlängert. Es hängt aber auch stark vom aktuellen Fächerbedarf ab.
Die Befristung bietet auch die Chance, das Beschäftigungsverhältnis zu beenden, falls klar wird, dass es kein gutes Matching zwischen Person und Arbeitsplatz gibt. Was man nicht gut kann, tut man auch nicht gerne und ist mit der Arbeit nicht wirklich glücklich.
Die Entfristung hängt von vielen individuellen Faktoren ab und muss im Einzelfall geprüft werden.

Viel Erfolg

Frank Wedekind, SL

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